
31. Oktober 2016
„Anna hat angerufen. Sie kommt etwas später, sie steht im Stau.“ „Wer ist Anna?“ „Anna ist Deine Tochter. Und Klaus, nimm bitte Deine grüne Tablette noch.“ Ein Dialog, wie ihn viele kennen, die Umgang mit dementen Menschen haben. Doch in dem Fall findet der Dialog nicht mit einer Pflegekraft statt, sondern zwischen dem Patienten und dem Roboter Nao. Nao hat nämlich gelernt, Klaus‘ Stimme zu erkennen. Er kann Informationen, die er von seiner Tochter über Handy bekommt, an Klaus weitergeben. Er kann Klaus daran erinnern, etwas zu essen und zu trinken – und daran, seine Medikamente zu nehmen. Das kann er sogar überprüfen – anhand des Inhalts der Pillenschachtel, aber auch durch einen kontrollierenden Blick in den Mund. Ist die Zeit bis zum Besuch der Tochter noch lang, fordert Nao Klaus zum Tanzen auf und legt gleich selbst los.
Fiktion? Nein. Das Ergebnis eines Arbeitsauftrags, den junge Wissenschaftler im Rahmen eines Hackathons ausgeführt haben.
- Thomas Ballast , Mitglied des Vorstands TK
- Dr. Thomas Bublitz , Hauptgeschäftsführer BDPK
- Theodor Bülhoff , Geschäftsführer Cyberdyne Deutschland
- Prof. Dr. Michael Decker , Bereichsleiter Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Gesellschaft am Karlsruher Institut für Technologie
- Dr. Birgit Graf , Gruppenleiterin Haushalts- und Assistenzrobotik, Fraunhofer IPA
- Dr. Karsten Knöppler , Berater
- Dr. Matthias Reumann , IBM Research
- Oliver Siebenmark , IBM Research





Diskutiert wurde, ob ein disruptiver Ansatz nicht erfolgversprechender sein kann. Man solle den Versuch wagen, etwa ein vollautomatisiertes Altersheim „auf der grünen Wiese“ innovativ zu bauen. Die Akzeptanz stelle sich dann über Selektion heraus, d.h. manche Menschen, die es toll finden, würden dieses neue Angebot nutzen, andere, die es ablehnten indessen nicht. Bei einem hohen Nutzen für die Menschen entsteht damit eine große Nachfrage, die das System verändern wird. Er vertrat die Auffassung, man solle seine Energie dagegen nicht damit verbrauchen, gegen die Widerstände von gestern zu kämpfen. Es brauche einen Spiritus Rector, der die Richtung vorgebe. Ein weiterer Teilnehmer unterstützte diese Einstellung: „Es ist spannend, einfach mal in Praxis zu gehen und die Dinge auszuprobieren. Das wird viel zu selten gemacht.“
